News

Interessantes und Wissenswertes

Zähne im Mittelalter

Barbier oder Zahnbrecher? Die Wahl zwischen Pest und Cholera...
Gründliche Zahnpflege und regelmäßige Zahnarztbesuche sind heute meist selbstverständlich. Wie erging es den Zähnen unserer Vorfahren im Mittelalter?

Viele Menschen im mitteleuropäischen Raum starben so früh, dass sie Karies nicht kannten. Außerdem aß zumindest die einfache Bevölkerung weder Schokopralinen und Zuckerbonbons noch Sahnetorten. Bei den Adligen sah es anders aus. Doch außer Mundwasser hatten sie keine Mittel, um Zähne und Mundraum in Schuss zu halten.

Muckte ein Zahn auf, wurde es meist sehr ungemütlich. Wurde der Zahnschmerz allzu schlimm, hieß das einzige Allheilmittel: Der Zahn muss raus! Dabei wurde der Zahn nicht etwa gezogen sondern „nur“ abgebrochen, so dass die Wurzel im Zahnfleisch stecken blieb (oft mit fatalen Folgen!). Ausgebildete Zahnärzte? Fehlanzeige. Jeder, der wollte, konnte sich versuchen: Barbiere, Gliedereinrenker, Hufschmiede, Priester, Apotheker.

Oder man ging zum Zahnbrecher, der aber leider auch keine Ahnung von Zahnheilkunde hatte. Die Leute hatten große Angst vor dem Zahnbrecher und suchten ihn verständlicherweise nur im äußersten Notfall auf. Mit welchen Schmerzen sich dabei unsere Vorfahren rumschlugen, können wir uns zum Glück kaum mehr vorstellen.

Übrigens glaubte man lange, dass Zahnwürmer die Wurzel allen Zahnübels seien und die Zähne von innen heraus zerfressen würden.

Haltbare Füllungen, wirksame örtliche Betäubungen, optisch ansprechende Zahnprothesen, festsitzende Implantate, und nicht zuletzt schonende Behandlungsmethoden: Das alles nahm erst in den letzten 100 bis 200 Jahren seinen Anfang.
geschrieben am 17.05.2011 um 15:25 Uhr.
 
 
Zahnärzte
in Leonberg auf jameda